Dies konnte im Zweifel mehrfach hintereinander geschehen (Doppelverkauf), Voraussetzung war stets, dass die Sache jeweils ex iusta causa überging. Der Rechtsverkehr wäre mit untragbaren Risiken belastet. Die actio Publiciana stand ausweislich des Berichtes des Gaius dem Ersitzungsbesitzer zu, dessen Eigentumserwerb (vorläufig) daran gescheitert war, dass er die erworbene bewegliche Sache weniger als ein Jahr, ein Grundstück noch keine zwei Jahre besessen hatte. Sie verhalf dem Kläger zur Sachherrschaft und verbesserte somit die eigene Position für eine Herausgabeklage des wahren Eigentümers. Dies führte dazu, dass er auch nur mehr dann obsiegte, wenn er sein (absolutes) Eigentumsrecht nachweisen konnte, der bloße Nachweis der besseren Berechtigung reichte nicht aus. Die Ergreifung einer zur ruhenden Erbschaft (hereditas iacens) gehörigen Sache wurde nicht als ein furtum qualifiziert, so dass der Eigentumserwerb a non domino durch Ersitzung keineswegs erst eine späte Erscheinung sei. Im Falle des Erwerbs vom Nichtberechtigten, konnte er sich gegenüber dem wahren Eigentümer allerdings nicht durchsetzen. ZAP 1/2015, Gutgläubiger Erwerb eines Fahrzeugs: Mindestanforderungen (BGH, Urt. Wubbes Theorie baut auf Kasers Lehre von der Eigentumsentwicklung auf. Der Digestentitel „De Publiciana in rem actione“ versteht sich als „publizianische Eigentumsklage“. Danach sind das schuldrechtliche … Damit ist der Verlust des unmittelbaren Besitzes gemeint. Begeht  aber ein Besitzmittler diesen Vertrauensbruch, besaß der Eigentümer nicht mehr unmittelbar. So können Grundlagen des Sachenrechts mit der bei den JPA äußerst beliebten Konstellation des gutgläubigen Erwerbs eines Gebrauchtwagens abgeprüft werden, graniert mit der sich anschließenden Frage der Eigentumsverhältnisse an … Learn vocabulary, terms, and more with flashcards, games, and other study tools. Da nur der entgeltliche Geschäftsverkehr geschützt ist, muss es sich um einen entsprechenden Vertrag daraus handeln. Dezember 2017) Wintersemester 2017/2018 Katharina Sophie Fischer Wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Christoph G. Paulus Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozess- und Insolvenzrecht sowie Römisches Recht katharina.sophie.fischer@gmail.com Aufl. –Grundstücke: §§ 873, 925 BGB – Erwerb durch Einigung und Eintragung. Die Reform Justinians bewirkte, dass auch die Lehre des gemeinen Rechts nach der Rezeption von einem einheitlichen Übereignungstatbestand ausging. Diskutiert wurde der Fall, dass zwei Käufer nacheinander vom selben Nichteigentümer oder von verschiedenen gekauft haben. Damit ist der Verlust des unmittelbaren Besitzes gemeint. Nach italienischem Recht ist ein gutgläubiger Erwerb an einem gestohlenen Kraftfahrzeug nicht möglich: Das folgt aus einer Entscheidung des Landgerichts Köln (LG Köln, Urteil vom 9.2.2018, 4 O 385/16). Ausgeschlossen sind auch Geschäfte zwischen identischen Vertragspartnern. Insbesondere wurde von der prozessualen Betrachtungsweis nicht ausreichend berücksichtigt, dass die actio Publiciana im klassischen römischen Recht gerade für denjenigen, der formlos eine res mancipi erworben hatte, von eminenter Bedeutung gewesen sei. [6] Die Ersitzungszeit wurde verlängert auf drei Jahre für bewegliche und zehn beziehungsweise zwanzig Jahre für unbewegliche Sachen (C. 7,31,1). 4), S. 80. Herausgabeansprüche verjähren. Diese Bezugnahme und Beschränkung werde aber verständlich, wenn man den bonitarischen Eigentümer als einen wesentlichen Anlassfall für die Schaffung der actio Publiciana ansieht, denn er ist ja nur bis zum Ablauf der Ersitzungsfrist auf diese Klage angewiesen. Gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten: Aktuelle juristische Diskussionen und Themen: 18. Ein gutgläubiger Erwerb ist ferner im Fall einer Doppelbuchung ausgeschlossen. Indem die prätorische actio Publiciana nicht schlechthin den besser berechtigten Besitzer, sondern bloß den Ersitzungsbesitzer schützt, orientiere sie sich an den Wertungen des ius civile. Einigung 1 2. • Originärer Eigentumserwerb: B. Der Beklagte hat immer den Vorteil, dass der Kläger sein besseres Recht beweisen muss. 2014, §§ 24-26. Das Abhandenkommen der Sache darf nicht im Willen des wahren Eigentümers gelegen sein (§ 935 Abs. v. 11.11.2014 – VI ZR 18/14) • Ein Käufer hat ein Fahrzeug nicht gutgläubig erworben, wenn ihm infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben ist, … Start studying Römisches Recht - Teil 4: Sachenrecht. Dazu treten zusätzlich als besondere Voraussetzungen folgende, wobei hier nur … Infolge der engen Verflechtung der actio Publiciana mit der Ersitzung stellte sich die Frage, ob dieser Wandel auch die actio Publiciana erfassen sollte. Verkauft ein bloßer Besitzdiener die Sache unrechtmäßig weiter, hatte der Eigentümer noch unmittelbaren Besitz ausgeübt. Auch Kunstwerke können nach deutschem Recht gutgläubig erworben werden. 2 BGB nicht in gutem Glauben, wenn ihm bekannt oder infolge grober Fahrlässig­keit unbekannt ist, dass die Sache nicht dem Veräußerer gehört. Diese Seite wurde zuletzt am 2. § 511 ff. BGB – Erwerb durch Einigung und Übergabe. ZPO). 4 Nicht ignoriert werden soll schließlich der § 932 BGB, der einen gutgläubi-gen Erwerb abhanden gekommener Sachen untersagt. OLG Hamm, Urteil vom 12.07.2018 – 5 U 99/16. Christian Friedrich von Glück hat diese unterschiedliche Entwicklung der mala fides superveniens bei actio Publiciana und Ersitzung im späten 18. Vorliegen eines entgeltlichen Rechtsgeschäfts, Gutgläubigkeit im Zeitpunkt der Vollendung des Rechtsgeschäfts, Sonstiges Abhandenkommen ohne eigenes Zutun, Vorliegen aller Voraussetzungen wie bei der allgemeinen Übertragung dinglicher Rechte an beweglichen Sachen, ausgenommen der Berechtigung des Vormannes, kein Abhandenkommen der Sache gemäß § 935 BGB. Erster Teil: Gutgläubiger Erwerb von GmbH-Geschäftsanteilen I. Aufwertung der Gesellschafterliste 1. 1 BGB). Die wirksame Übertragung von dinglichen Rechten wie das Eigentum ist auch an Voraussetzungen gebunden, die wir nicht  überprüfen können – eine Berechtigung des Übergebers. Außerdem wird sein absolutes Recht in eine bloße Forderung umgewandelt. Es ist das Abhandenkommen des unmittelbaren Besitzes gemeint, welches ausgenommen ist. Voraussetzung der Ersitzung (tempus) wurde der Kläger befreit. Jahrhundert die actio Publiciana nur dem bonae fidei possessor, den sie als fiktizischen Eigentümer bezeichneten, der kraft Rechtsvermutung, praesumptione quadam iuris, für den Eigentümer gehalten wurde. Die von der forensischen Praxis angewandte alternative Klage von rei vindicatio (dominium directum) und actio Publiciana (quasi dominium) wurde deshalb von Johann Oldendorp erfolgreich kritisiert. Der Prätor habe den Erwerber einer res mancipi, dem diese vom Eigentümer bloß tradiert wird, schützen wollen, obschon er ziviles Eigentum erst mit dem Ablauf der Ersitzungszeit erlangte. Da die actio Publiciana nur den Zeitablauf der Ersitzung bei dem Kläger fingierte, musste der Kläger die Voraussetzungen einer Ersitzung vortragen: [2], Die actio Publiciana stand dem Ersitzungsbesitzer auch dann zur Verfügung, wenn der wahre Eigentümer ihm eine an strenge Formvorschriften gebundene res mancipi formell fehlerhaft übergeben hatte, weshalb er nur zum bonitarischen Eigentümer wurde. 3 Dies folgt e contrario aus § 932 Abs. Der Erwerb vom Nichtberechtigten (oft vereinfachend: gutgläubiger Erwerb) ist ein in zahlreichen Rechtsordnungen anerkanntes Rechtsinstitut des Zivilrechts. Der petitorische Besitzschutz ist in Deutschland in § 1007 BGB geregelt.[8]. SI QVEM HOMINEM AVLVS AGERIVS EMIT ET IS EI TRADITVS EST, ANNO POSSEDISSET, TVM SI EVM HOMINEM, DE QVO AGITVR, EIVS EX IVRE QVIRITIVM ESSE OPORTERET ET RELIQUA. Das Eigentum an einer Sache kann man grundsätzlich nur vom bisherigen Eigentümer rechtsgeschäftlich erwerben. Ein gutgläubiger Erwerb kommt nur in Betracht, wenn es sich um ein Rechtsgeschäft im Sinne eines Verkehrsgeschäfts handelt. Im heutigen Beitrag beschäftigen wir uns mit dem gutgläubigen Eigentumserwerb vom nichtberechtigten Minderjährigen nach §§ 929 S.1, 932 BGB.Strittig ist, ob in diesem Fall eine teleologische Reduktion zu erfolgen hat. Damit habe man ein Auseinanderklaffen zwischen zivilem Eigentumsschutz und prätorischem Schutz des rechtmäßigen Erwerbers vermieden. Die gesetzlichen Regeln schützen dabei ausnahmsweise nicht das Recht an einer Sache, sondern den durch bloßen Besitz ausgelösten Rechtsschein des Rechts zum Besitz. Die actio Publiciana war im römischen Recht eine vermutlich im letzten Jahrhundert v. 2 BGB („das ihm die Sache nicht gehört“). Einigung und Übergabe 9 1. Auch die Vertreter des usus modernus wie Jacques Cujas gewährten noch im 16. Diese Regelungen sind letztlich eine detaillierte  Interessensabwägung zwischen dem wahren Eigentümer und dem neuen Erwerber. Geregelt wird er in den §§ 932 ff Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Der Erwerb vom Nichtberechtigten (oft vereinfachend: gutgläubiger Erwerb) ist ein in zahlreichen Rechtsordnungen anerkanntes Rechtsinstitut des Zivilrechts. 5. BGB. Das hat der BGH entschieden und einer Autokäuferin … 89 Kunkel, Römisches Privatrecht 3, 1949, S. 134. Gutgläubiger Erwerb im bürgerlichen Recht Erstes Kapitel: Gutgläubiger Erwerb im Sachenrecht Erster Abschnitt: Gutgläubiger Erwerb beweglicher Sachen I. Allgemeine Voraussetzungen . 2 BGB, sofern ihm nicht weitere Umstände … Ein weiteres Problem war, dass das kanonische Recht für die Ersitzung verlangte, dass der Besitzer während der gesamten Ersitzungszeit gutgläubig ist. „Wenn es sich erweist, dass die Sache, um die es geht, quiritisches Eigentum des Aulus Agerius hätte werden müssen, nachdem er sie (gutgläubig) gekauft hat, nachdem sie ihm tradiert worden ist und wenn er sie ein Jahr lang im Besitz gehabt hätte usw.“. Der alte Eigentümer wird stärker geschützt als der neue. Die gesetzlichen Regeln schützen dabei ausnahmsweise nicht das Recht an einer Sache, sondern den durch bloßen Besitz ausgelösten Rechtsschein des Rechts zum Besitz. Die aktuelle Rechtslage I. Abstraktionsprinzip und gutgläubiger Erwerb im BGB Im deutschen Sachenrecht gilt das Trennungs- und Abstraktionsprinzip. hierzu Kaser/Knütel , Römisches Privatrecht, 20. Extract. Lexikon Online ᐅgutgläubiger Erwerb: Eigentumserwerb vom Nichtberechtigten. © 2019 Rechnungswesen-verstehen.de. Übereignung von S an G nach §§ 929 S. 1, 2366 BGB G könnte von S Eigentum durch Übereignung nach §§ 929 ABGB kodifiziert. Hier wird dementsprechend erläutert, wann ein Erwerb trotzdem rechtswirksam ist obwohl dem Vormann die entsprechende Berechtigung fehlt. Neraz wollte in beiden Fällen auf die Priorität der Übergabe abstellen (D. 19, 1, 31, 2). Der Eigentumserwerb durch usucapio habe von den Fällen des Erwerbs vom Eigentümer seinen Ausgang genommen und wurde erst später auch auf die Fälle des Erwerbs vom Nichteigentümer erstreckt. Im Dezember 2019 hatte daher das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) – als zuständiges Berufungsgericht – wieder über die Frage zu entscheiden (Vgl. Eine solche liegt vor, wenn fälschlich Mehrere als Inhaber eines Rechts ins Grundbuch eingetragen sind. Würde dies zutreffen, so bliebe fraglich, warum die actio Publiciana erst relativ spät und zudem zu einer Zeit geschaffen wurde, als der Legisaktionenprozess vom Formularverfahren bereits verdrängt wurde. Allerdings sind die Maßstäbe der Sorgfaltspflichten beim Erwerb von Kunstwerken so hoch, dass es nur selten zu einem gutgläubigen Erwerb kommt. Der Artikel "Gutgläubiger Erwerb bei beweglichen Sachen" befindet sich in der Kategorie: Gutgläubiger Erwerb bei beweglichen Sachen. Hier galt also nichts anderes als bei mehrfacher Veräußerung durch den Eigentümer. Voraussetzungen im Einzelnen Der Eigentümer setzte dabei keinerlei Risiken in die Welt, etwa indem er andere zum Innehaben heranzog. Auch wenn dieser Eigentumsbeweis nicht in jedem Fall zu einer probatio diabolica werden musste, so gab es doch Kläger, welche in der legis actio sacramento in rem obsiegt hätten, deren rei vindicatio aber abzuweisen war, weil es ihnen nicht gelang, das Eigentum ihres Vormannes nachzuweisen. Indem dieser behaupte, der Beklagte könne dem Kläger gegenüber nicht einwenden, die Sache sei einem dritten Eigentümer gestohlen, und weiters der Kläger sei bei seinem Erwerb bösgläubig gewesen, soweit Furtivität und Bösgläubigkeit, mala fides, nicht das Verhältnis zwischen den Streitteilen betrifft, eliminiere er in Wahrheit mit diesem seinem Verständnis der actio Publiciana deren Bezugnahme auf den Ersitzungsbesitz. Dieser musste nachweisen, dass er entweder selbst Eigentümer war oder dass der Kläger beim Erwerb der Sache nicht gutgläubig war. Damit erfüllte die Klage dieselbe Funktion wie die Besitzinterdikte. Die gesetzlichen Regeln schützen dabei ausnahmsweise nicht das Recht an einer Sache, sondern den durch bloßen Besitz ausgelösten Rechtsschein des Rechts zum Besitz. Daher ist immer noch E Eigentümer des Möbels. Gutgläubiger Erwerb Diverses & Unsortiertes Gutgläubiger Erwerb Von gutgläubigem Erwerb spricht man, wenn jemand eine Sache oder ein Recht im Widerspruch zur materiellen Rechtslage wirksam erwirbt, weil er im guten Glauben von einer anderen Rechtslage ausgegangen ist. Und selbst dann wäre es nötig, die Berechtigungen dessen Vormänner zu überprüfen – ein Ding der Unmöglichkeit also. Hatte der redliche Besitzer die Sache aufgrund der Ersitzungsfristen noch nicht ersessen, genoss er die Rechte des Eigentumsschutzes kraft Fiktion. •Verstoß gg §§ 466a ff –> gutgläubiger Erwerb nach § 466d möglich •Vereinbarungen über Verwertung (Abs 3) wenn Drittem ein Recht an der Sache zusteht, das erlöscht, muss dieser zustimmen beschränkt durch § 1371 bspw Freihandverkauf einer Sache mit Sachverständigengutachten Im Gegensatz zum zivil erlangten und daher exklusiv geschützten Eigentum, wurde die Legisaktion der Publicana dann einschlägig, wenn an einer verloren gegangenen Sache redlicher Besitz über einen nichtberechtigten Dritten erlangt wurde. 1 BGB). Ein Dieb entzieht unmittelbaren Besitz. Welche Rechte hat ein Alteigentümer bei rechtswirksamem, gutgläubigem Erwerb? Übergabe ohne Hilfspersonen 9 In gewissen Fällen ersetzt jedoch der gute Glaube des Erwerbers an das Eigentum des anderen Teils dessen mangelnde Veräußerungsbefugnis (nicht etwa die mangelnde … Mit der Bezugnahme auf die usucapio im Formular der actio Publiciana stehe nach Kaser fest, dass der Prätor nicht jeden besser berechtigten gutgläubigen Erwerber schützen wollte, wie Wubbe meine. Man nennt sie den gutgläubigen Erwerb vom Nichtberechtigten. In einem solchen Fall ist die Richtigkeitsvermutung des Grundbuchs widerlegt. Gutgläubiger Erwerb Gutgläubig erwirbt man Rechtspositionen nicht von ihrem Inhaber, sondern von einem Dritten, der mangels Einwilli-gung jenes Inhabers gemäß § 185 BGB nicht übertragungs-befugt ist. „Common Law“ bezeichnet heutzutage erstens das englische Rechtssystem als Ganzes in Abgrenzung zu den Rechtssystemen auf dem europäischen Festland, die ihre Wurzeln im römischen Recht haben. Ein gutgläubiger Erwerb des G von S gem. Der Diebstahl soll niemals eines Anderen Eigentum begründen können. Ein Fahrzeug, das einem vermeintlichen Kaufinteressenten für eine unbegleitete Probefahrt überlassen und von diesem nicht zurückgegeben wurde, ist dem Eigentümer nicht nach § 935 BGB abhandengekommen. Denn die actio Publiciana solle den Kläger gegenüber schlechter berechtigten Besitzern schützen und ihn damit der Schwierigkeiten entheben, welche der Übergang vom Legisaktionenprozess zum Formularprozess und der damit verbundene Wandel vom relativen zum absoluten Eigentum mit sich brachten. Anstelle der Berechtigung des Vormanns tritt der gute Glaube an das Vorliegen einer solchen auf Seiten des Erwerbers. Hier überwiegt aber das öffentliche Interesse an Rechtssicherheit im typischen Geschäftsverkehr –  und etwas anderes wird durch gutgläubigen Erwerb auch nicht geschützt. Es handelt sich nicht um unterschiedliche Marktteilnehmer. Dazu komme ferner, dass auch die Ersitzung fremder Sachen in die republikanische Epoche zurückreiche, beispielsweise in den Fällen der usucapio pro herede. : Vorbehaltskäufer hat aufsch. In diesem Fall bleibt er geschützt und niemand kann sein Eigentum erwerben. Der Erwerb vom Nichtberechtigten ist ein in zahlreichen Rechtsordnungen anerkanntes Rechtsinstitut des Zivilrechts. Mit der Beschränkung des gutgläubigen Erwerbs auf Rechtsgeschäfte ist gemeint, dass die Vorschriften der §§ 932 ff. [74] Gutgläubiger Erwerb eines Pfandrechts, § 1207 BGB Gründe für die Schaffung einer neuen Regelung 2. [5] Und weiterhin ist die Rede von dem, der noch nicht Eigentümer seiner Sache geworden ist, necdum eius rei dominus effectus est. Funktion als Rechtsscheinträger nach neuer Rechtslage II. [7] Dadurch wurden im Mittelalter sowie im gemeinen Recht die Lockerung der actio Publiciana von der usucapio bewirkt. Dabei spiele zunächst keine Rolle, ob der Kläger nun tatsächlich Eigentümer geworden sei, oder ob er dies erst infolge usucapio würde. Bei res mancipi konnte dem Kläger die replicatio rei venditae et traditae entgegengehalten werden mit der Folge, dass der Käufer obsiegte. Die Frage war strittig. In der Klagformel wurde fingiert, der Kläger habe die umstrittene Sache bereits ersessen. Was bedeutet „gutgläubiger Erwerb“? Gutgläubiger Erwerb nach §§ 929 S.1, 930, 933 BGB Erforderlich ist neben dem Tatbestand der §§ 929 S.1, 930 BGB (bis auf die Berechtigung), dem guten Glauben auf Seiten des Erwerbers und dem fehlenden Abhandenkommen, dass die Übergabe der … Ist aber die actio Publiciana erst im ersten vorchristlichen Jahrhundert entstanden, also zu einer Zeit, als die Ersitzung auch dem gutgläubigen Erwerber vom Nichteigentümer offengestanden ist, so spreche dies gegen die Ansicht, es sei zunächst nur an den Schutz dessen gedacht gewesen, der eine res mancipi formlos a domino erworben hat. Februar 2015: gutgläubiger Erwerb, § 932; Kein gutgläubiger Erwerb von abhanden gekommen Sachen, § 935 E… Beispiel: Eine Firma mit nur einem Gesellschafter und Geschäftsführer veräußert an diesen als Privatperson. Dazu gehört aber auch die Einhaltung der erforderlichen Sorgfalt bei der Informationsgewinnung: Unterlässt jemand grob fahrlässig die Einholung von Informationen über die Vorberechtigung, wird er nicht geschützt und ist Gutgläubigkeit ebenfalls zu verneinen. Mit der actio Publiciana konnte sich der Ersitzungsbesitzer gegenüber allen durchsetzen, wenn er die Sache von einem zivilen Eigentümer erhalten hatte. Jahrhundert damit gerechtfertigt, dass die actio Publiciana im Gegensatz zur usucapio zu keiner Ausschließung oder Entrechtung des wahren Eigentümers führe. [4] Die actio Publiciana sollte den Ersitzungsbesitzer schützen, der vom Nichteigentümer, non a domino, erworben hat. Dies bestätige sich nicht zuletzt auch dadurch, dass gerade die Ersitzungsvoraussetzung der bona fides lange vor der Schaffung der actio Publiciana entwickelt wurde. Er hat dazu beigetragen, seinen unmittelbaren Besitz zu verlieren und der neue Eigentümer wird stärker geschützt als er (Umkehrschluss aus § 935 BGB). Auch etwa dann, wenn die in Erscheinung tretende Rechtsform unterschiedlich ist. Die actio Publiciana spielte im Mittelalter eine Rolle für das im Lehenswesen wichtige dominium utile, quasi dominium oder Untereigentum, um den Unterschied zu der auf dem dominium directum beruhenden rei vindicatio deutlich zu machen. Hier läge überhaupt die schon von Kaser und Franz Wieacker aufgedeckte Schwachstelle von Wubbes Theorie. Voraussetzung war, dass er die Sache gutgläubig ex iusta causa in seinen Besitz gebracht hatte. geeigneten Rechtsscheinträger stützen muss. Zusammenfassend handelt es sich um drei Ausnahmen, wo dem alten Eigentümer eine höhere Schutzwürdigkeit als dem neuen zukommt: In schuldrechtlicher Hinsicht verbleiben dem Geschädigten allerhand Möglichkeiten, schadlos gehalten zu werden. Gegen die erste Theorie lässt sich nach Peter Apathy einwenden, dass die Fiktion des Ablaufes der Ersitzungszeit in der Klagsformel unerklärlich sei, wenn der Prätor dem Kläger ausschließlich über den Mangel der förmlichen mancipatio oder in iure cessio hinweghelfen wollte. – Gutgläubiger unentgeltlicher Erwerb (zB Schenkung einer gestohlenen Sache) wird also nicht geschützt! Die brandaktuelle Entscheidung des BGH (Urteil vom 18.September 2020 – V ZR 8/19) ist wie gemacht für eine Examensprüfung. Kernargument ist der Gedanke, dass die actio Publiciana den Ersitzungsbesitzer schützt und nicht schlechthin jedem rechtmäßigen Erwerber offensteht. Hier wird der alte Eigentümer mehr geschützt als dieses Konstrukt. 1 1. [1] geschaffene prätorische Herausgabeklage, die dem Schutz des ehemaligen Besitzers einer (ersitzungsfähigen) Sache diente. Felix B. J. Wubbe sieht das Ziel der actio Publiciana darin, den Erwerber ex iusta causa zu schützen. 90 Hübner (Fn. Da die actio Publiciana nur den Zeitablauf der Ersitzung bei dem Kläger fingierte, musste der Kläger die Voraussetzungen einer Ersitzung vortragen: Von der 3. BGB keine Anwendung finden bei Erwerb durch Gesetz (z. Das Abhandenkommen der Sache darf nicht im Willen des wahren Eigentümers gelegen sein (§ 935 Abs. 1. Die actio Publiciana beim Doppelkauf vom Nichteigentümer, Actio Publiciana in Mittelalter und Neuzeit, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Actio_Publiciana_(römisches_Recht)&oldid=203336172, „Creative Commons Attribution/Share Alike“, ursprünglichen, dann verlorenen Eigenbesitz –. Nach Julian (D. 6, 2, 9, 4) galt das nur, wenn beide vom selben Nichteigentümer gekauft hatten. „das gemeine Recht“, das auf dem englischen ungeschriebenen Gewohnheitsrecht beruht und durch richterliche Entscheidungen entwickelt wurde. Unterschiede bestehen freilich im zwischen beweglichen und unbeweglichen Sachen. So habe es schon zur Zeit der XII-Tafeln Fälle formloser Tradition von res mancipi gegeben, wogegen ein Erwerb vom Nichteigentümer, a non domino, selbst zur Zeit des Gaius zumeist deswegen zu keinem Eigentumserwerb durch Ersitzung führen konnte, weil die Sache in aller Regel als gestohlen galt, womit eine Ersitzung ausgeschlossen war. Alle Recht vorbehalten. … Dieser verliert das Eigentum am Fahrzeug, wenn es durch einen Dritten in gutem Glauben erworben wird. Für 32.900 EUR erwarb er in Mailand einen Porsche Carrera von „Giovanni“. Freilich ist das immer mit dem Risiko der Zahlungsunfähigkeit verbunden. Beim derivativen, abgeleiteten oder mittelbaren Eigentumserwerb (vgl § 423 ABGB) wird der Rechtserwerb dagegen von einem/r Vorberechtigten abgeleitet, was zur Folge hat, dass der Rechtsnachfolger nie mehr Recht erwerben werden kann, als der Vorberechtigte besaß; römisches Recht: Nemo plus iuris transferre potest quam ipse habet. Mit der usucapio habe sich aber auch die mit dieser eng zusammenhängende actio Publiciana entwickelt. In dem Fall hatte ein Mann sein Traumauto in Italien gefunden. Gutgläubiger Erwerb – das Wichtigste in Stichworten. Die actio Publiciana soll nach Sturm/Lenel/De Visscher zum Schutz des sogenannten bonitarischen Eigentümers geschaffen worden sein. Bsp. Sowohl prozessuale als auch materiellrechtliche Momente dürften für die Schaffung der actio Publiciana ausschlaggebend gewesen sein. Verkehrsgeschäft 6 II. Die Anwendbarkeit bei Mehrfachveräußerung bei redlichem Besitzerwerb beschreibt der klassische Jurist Iulian.[3]. bed. Ein gutgläubiger Erwerb eines gebrauchten, in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeugs setzt zumindest voraus, dass sich der Käufer den Kraftfahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung ... nach deutschem Recht zumindest ebenso strenge Anforderungen an den guten Glauben zu stellen sind Geschützt wird natürlich niemand, der ohnehin weiß, dass die Sache eigentlich jemand anders gehört. •Gutgläubiger Erwerb: §§ 932 ff. Denn die actio Publiciana schütze eben nicht nur bei formlosem Erwerb einer res mancipi, sie erspart dem Kläger darüber hinaus auch noch den Beweis des Eigentums seines Vormanns. Ebenfalls unterliegen sie der Ersitzung und Verwirkung. Verkauft ein bloßer Besitzdiener die Sache unrechtmäßig weiter, hatte der Eigentümer noch unmittelbaren Besitz ausgeübt. Für den Fall des Erwerbs von verschiedenen Personen kam nach Julian das allgemeine Prinzip vom beatus possidens zur Anwendung. Schließlich landete das Verfahren in Wege der Revision beim BGH. Sachverhalt: Der Kläger verlangt von dem Beklagten die Herausgabe eines am 07.04.2011 erstzugelassenen Wohnmobils. Der Beklagte hat widerklagend von dem Kläger und der Drittwiderbeklagten die Herausgabe von Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II) verlangt und die Feststellung … Für diese habe der Prätor Publicius die nach ihm benannte Klage geschaffen; er habe damit gleichsam die Lücke geschlossen, welche durch den Wandel im Eigentumsprozess und damit zusammenhängend im Eigentumsverständnis entstanden sei. Das OLG sah die Sache anders als das LG. Römisches Privatrecht (9) Eigentumserweb im modernen Recht • Übereignung: –Bewegliche Sachen: §§ 929 ff. Das Landgericht Bonn hat sich zum gutgläubigen Erwerb beim Pferdekauf geäußert und entschieden: Erhält der Käufer eines Pferdes nur eine Kopie der Eigentumsurkunde, die nur Angaben zum Züchter und zum Pferd enthält, nicht der zu Eigentümern oder Besitzern, handelt er nicht grob fahrlässig im Sinne des § 932 Abs. Gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten bei beweglichen Sachen (zum zukünftigen europäischen - Jura - Seminararbeit 2005 - ebook 13,99 € - GRIN Diese weitere Entwicklung verschmolz die actio Publiciana und die Eigentumsklage. §§ 929 S. 1, 932 scheitert daher an § 935. f) Zwischenergebnis G hat kein Eigentum durch Übereignung des S nach §§ 929 S. 1, 932 erworben. Konzeption und Bedeutung der Gesellschafterliste nach bisherigem Recht 2. Für die weitere Entwicklung der actio Publiciana war es entscheidend, dass unter Kaiser Justinian I. in dessen Institutiones Iustiniani, enthalten im später so genannten Corpus iuris civilis, die mancipatio wegfiel, sodass ein einheitlicher Eigentumsbegriff geschaffen wurde. Begeht aber ein Besitzmittler diesen Vertrauensbruch, besaß der Eigentümer nicht mehr unmittelbar. Dies lege aber nahe, dass der Prätor mit der Schaffung der actio Publiciana gerade auch die Gruppe der bonitarischen Eigentümer schützen wollte, da er auf das Formalgeschäft der mancipatio keinen entscheidenden Wert legte. Für den wahren Eigentümer lag in der actio Publicana eine Alternative zur Vindikation, denn die Beweislast für das Eigentum lag nicht beim Kläger, sondern beim Beklagten. In diesem Fall bleibt er geschützt und niemand kann sein Eigentum erwerben. Beim Erwerb vom selben Nichteigentümer kam es darauf an, wem die Sache zuerst übergeben worden ist. In der Klagformel wurde fingiert, der Kläger habe die umstrittene Sache bereits ersessen. Zu Schwierigkeiten kam es, wenn der Kläger zweifelte, ob er Eigentümer geworden war. Gutgläubiger Erwerb 1. Es gibt auch „Ausnahmen von der Ausnahme“ im zweiten Absatz des § 935 BGB zugunsten Teilnehmer an öffentlichen Versteigerungen, bei Bargeld und Inhaberpapieren. Dennoch war man im gemeinen Recht überwiegend der Auffassung, für die actio Publiciana komme es nur auf die Gutgläubigkeit beim Erwerb an. Gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten bei beweglichen Sachen (zum zukünftigen europäischen - Jura - Seminararbeit 2005 - ebook 13,99 € - Hausarbeiten.de Hier hat also der Schutz des Eigentümers Vorrang. Der Gesichtspunkt der Beweiserleichterung trat in den Hintergrund. Gutgläubiger Erwerb von Mobilien (6. und 7. Darauf basierend müssen, wie bei allen Übertragungen, eine tatsächliche Übergabe und der Wille zu dieser Übereignung stattfinden. Jahrhundert machten die Glossatoren einen strengen Unterschied zwischen der rei vindicatio und der actio Publiciana, nachdem der Eigentümer nur mit der rei vindicatio, nicht aber mit der actio Publiciana klagen könne. September 2020 um 14:43 Uhr bearbeitet. •Gutgläubiger Erwerb: § 892 BGB. Der Erwerber einer Sache ist nach § 932 Abs. Die Formel der actio lautete: IVDEX ESTO. Dort erhielt die Klägerin Recht. Die actio Publicana ist im österreichischen Recht in §§ 372 ff. Die actio Publiciana ergänze daher vielmehr die grundlegende Funktion der usucapio, Bindeglied zwischen dem (rechtmäßigen) Besitz und dem Eigentumsrecht zu sein. Es musste daher eine Ausnahmebestimmung geschaffen werden, damit die notwendige Rechtssicherheit im Geschäftsverkehr gewährleistet ist. Erbschaften oder Schenkungen etwa scheiden damit aus. Deswegen sei es wahrscheinlicher, dass der Prätor von mehreren Motiven zur Schaffung dieser Klage angeregt wurde. Dasselbe gilt, wenn er sie verloren hat oder sie sonstig abhandenkam. Wurde ihm die Sache etwa gestohlen und gelangte sie an den nunmehrigen Besitzer, so war ihm gegen diesen weder mit Interdikten noch mit der rei vindicatio zu helfen. Chr. Hier liegt der eigentliche Wesensgehalt des gutgläubigen Erwerbs. Zweiter Teil: Das Doppelspiel beim gutgläubigen Erwerb im geltenden deutschen Recht und die Versuche zur Rechtfertigung der sich daraus ergebenden Wertungsinkongruenz A. B. Erbfall gemäß § 1922 BGB) oder durch Hoheitsakt (z. Gutgläubiger Erwerb eines im Ausland zugelassenen Fahrzeugs 1.